Vogelschutz
Wir haben in Schriesheim noch Brutvorkommen an Mauerseglern, sowie Mehl- und Rauchschwalben, eine Reminiszenz an vergangene Tage, als die Stadt und ihre Ortsteile Altenbach und Ursenbach noch eher ländlich geprägt waren. Entsprechend gefährdet sind diese Arten und deshalb ist es wichtig, die Bestände zu schützen, Lebensräume und Brutmöglichkeiten zu erhalten und gezielt zu fördern.
Mauersegler kommen zwischen Mai und August zur Brutzeit in den alten Stadtkern von Schriesheim. Sie waren ursprünglich Felsbrüter und finden daher in alten Gemäuern Hohlräume, die für die Nestanlage bzw. als Brutnische genutzt werden können. Werden die Gebäude ertüchtigt und (energetisch) saniert, entfallen diese Brutmöglichkeiten in der Regel. Es gibt Nisthilfen, die in Form von Kästen z. B. am Dachtrauf angebracht werden können. Auch lassen sich Traufbretter oder Dachkästen entsprechend umbauen.
Mauersegler ernähren sich von Insekten und Spinnen, in aller Regel im Flug. Auch wenn sie hierbei nicht wählerisch sind, ist ein ausreichend großes Nahrungsangebot eine entscheidende Grundausstattung eines geeigneten Sommerquartiers. Auch das Trinken erfolgt im Flug, indem der Vogel auf etwa einem halben Meter Streckenlänge den geöffneten Schnabel ins Wasser taucht.
Mauersegler brüten in Kolonien. In Schriesheim handelt es sich um nur wenige Paare, die wir bis dato nur in ihrem Flug haben bewundern dürfen und die wir an ihrem charakteristischen Ruf erkennen. Eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse des Status Quo wollen wir jetzt in der Brutsaison 2025 unter Einbeziehung von Experten aus Heidelberg und Weinheim durchführen. Es gilt, die genauen Nistplätze kennenzulernen und gemeinsam u. A. auch mit der Stadt Schriesheim Maßnahmen zu entwickeln, die diese Population sichern und stärken.
Schwalben gibt es bei uns zweierlei - in Schriesheim Mehlschwalben, in Altenbach und Ursenbach die Rauchschwalben. Letztere bevorzugen als Nistplätze windgeschätzte halbdunkle Plätze in offenen Scheunen und klassischen Ställen. Mehlschwalben sind etwas kleiner, sie brüten in Kolonien und bauen in Wohngebieten unter Vorsprüngen runde, beinahe geschlossene Nester aus Lehm.
Schwalben sind gefährdet, ihr Bestand geht kontinuierlich zurück. Dies hat verschiedene Ursachen. Wie für alle Vögel ist das zurückgehende Nahrungsangebot an Insekten ein großes Problem. Darüber hinaus gehen an den Häusern immer mehr Nistmöglichkeiten verloren. Teilweise werden die Tiere auch gezielt vergrämt oder Nester werden gar illegal zerstört.
Auch für die Schwalben wollen wir im Frühjahr 2025 zunächst eine gezielte Bestandsaufnahme durchführen und die verbliebenen Nistplätze kartieren. Ausgehend von einer umfassenden Situationsanalyse wollen wir danach im Austausch u.a. mit den Grund- und Hausbesitzern und der Stadt Schriesheim Maßnahmen auf den Weg bringen, die Lebensräume erhalten und Nistmöglichkeiten sichern helfen.
Wir würden uns über Ihre Unterstützung freuen!
Kontakt: artenschutz(at)bund-schriesheim.de