BUND Schriesheim
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Amphibienschutz

Amphibienschutz

Nicht nur Insekten und Vögel sind vom Artensterben bedroht. Deutschlandweit gehen seit einigen Jahren auch die Amphibienbestände stark zurück. In ihren Lebensräumen lassen sich immer weniger Arten feststellen und selbst bei eigentlich eher häufig anzutreffenden Arten wie z. B. der Erdkröte sinken die Bestandszahlen recht dramatisch.

Die Ursachen sind vielfältig. So gehen natürliche Lebensräume verloren, wie etwa durch Bebauung und Erweiterung der Siedlungsflächen oder durch Intensivierung der Flächennutzung in Land- und Forstwirtschaft. Habitate werden durch neue und/oder zunehmend stärker befahrene Straßen zerschnitten. Durch diese Barrieren erfolgt eine Verinselung, Lebensräume werden immer kleiner und Laichgewässer sind weniger gut erreichbar. Zudem schwindet das Nahrungsangebot.

Teich Schaafspferch Schafspferch

Amphibienwanderung

Ab Mitte Februar setzt die Amphibienwanderung ein. Im Austausch mit der Stadt Schriesheim sowie der Straßenbehörde stellen wir jedes Jahr im Schriesheimer Tal an den Straßen nach Altenbach, Ursenbach und Schriesheim Zäune und helfen danach den Tieren über einige Wochen hinweg über die Straßen. Dazu werden die Zäune jede Nacht abgelaufen.
Das Prinzip ist ganz einfach. Entlang der Zäune befinden sich im Boden versenkte Eimer, in die die Tiere auf der Suche nach Querungsmöglichkeiten zwangsläufig (weich gepolstert) hineinfallen. Diese Tiere werden bei der Kontrolle der Zäune und Eimer eingesammelt und in Richtung Laichgewässer auf die andere Straßenseite verbracht.

Seit 2025 nutzen wir wie viele weitere Gruppen in Deutschland zur Dokumentation https://amphibienwanderung.azurewebsites.net/. Hier sind nicht nur die Fangzäune verortet, sondern für diese getrent nach Arten auch die Individuenzahlen benannt. Wir haben in 2025 insgesamt 640 Tieren auf dem Weg zu den Laichgewässern über die Straßen helfen können. Dies sind etwa 20% weniger als 2024 und deutlich weniger als noch einige Jahre zuvor. Es handelte sich fast ausschließlich um Erdkröten.

Für das kommende Frühjahr benötigen wir wieder viele helfende Hände und Krötenretter. Eine sehr eindrückliches Erlebnis, nicht nur für Kinder. Bitte melden Sie sich unter amphibien(at)bund-schriesheim.de, um weitere Informationen zu erhalten.

Laichgewässer

Aufgrund der für die Amphibien suboptimalen Bedingungen bemühen wir uns derzeit verstärkt um Ersatzlaichgewässer. Dabei verfolgen wir das Ziel, den Tieren die Querung der stark befahrenen Straßen zu ersparen und Tümpel und Teiche anzubieten, die für die Reproduktion besser geeignet sind. Rückhaltebecken und Fischteich am Ursenbacher Hof sind künstliche Gewässer, die nicht primär dem Naturschutz dienen und ggf. zu niedrigen Wasserstand aufweisen. Der Fischbesatz lässt zudem eigentlich nur Erdkröten eine Chance zur Reproduktion.

Derzeit ertüchtigen wir in Nachbarschaft zum Rückhaltebecken vier bestehende Teiche als Laichgewässer. Indem wir die in und am Rande der Teiche stehenden Bäume entfernen, sorgen wir für Licht und Wärme und verhindern einen starken Laubeintrag, der zur Verlandung und zu Fäulnisprozessen beiträgt. Die nächsten Arbeitseinsätze werden im Oktober sein. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei unerstützen könnten. Kontakt: artenschutz(at)bund-schriesheim.de.

Außerdem werden durch die Untere Naturschutzbehörde auch neue Teiche angelegt. So ist im Jahr 2024 ein erster Teich im Rimbachtal entstanden, ein weiterer Teich soll noch dieses Jahr (2025) im Bereich 1. Querung am Katzenbach angelegt werden. Ein  weiterer wird im Tal des Allmanbachs entstehen.

Rückhaltebecken
Teich Rimbachtal Rimbachtal

Sollten Sie an Pflegemaßnahmen oder am Monitoring der Gewässer Interesse haben, melden Sie sich bitte unter artenschutz(at)bund-schriesheim.de.