Bodenschutz
In Baden-Württemberg geht für Siedlungserweiterung (Stand 2023) jedes Jahr die Fläche von knapp 2.700 Fußballplätzen bzw. Tag für Tag 5,1 Hektar, d.h. 51.000 m² Wald, landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen verloren. Gerade in Ballungsräumen wie unserem werden die Folgen überdeutlich. Das Mikroklima leidet besonders in immer heißeren Sommern - während Grünflächen im Vergleich kühler bleiben, heizen sich Gebäude und versiegelte Flächen stärker auf und strahlen die gespeicherte Hitze selbst nachts noch ab. Tiere und Pflanzen verlieren außerdem ihre Lebensräume.
Auch in Schriesheim droht dies erneut zu passieren. Im Flächennutzungsplan ist das Gewann "St. Wolfgang unter der Landstraße" und damit die Wiesenflächen am südlichen Bebauungsrand parallel zum Schlittweg potenziell für eine Neubebauung ausgewiesen. Wunderschöne Wiesen und hochwertige Lebensräume für Tiere und Pflanzen sollen überbaut werden und verschwinden. Mehr dazu auf unserer Detailseite zu St. Wolfgang unter der Landstraße.
Auf der anderen Seite wurden und werden auch weiter Flächen aus der Nutzung genommen, die sich nicht produktiv bearbeiten lassen. Dies sind in der Schriesheimer Gemarkung vor allem die ehemaligen Wiesentäler entlang der Bachläufe und die Hangbereiche an der Bergstraße. War hier ehedem vor allem Weinbau anzutreffen, weicht dieser zunehmend auf ebenere ehemalige Ackerflächen aus, während die alten Reblagen mit ihren steilen Hängen und Terrassen aufgegeben werden und der Sukzession unterliegen. Die Lebensräume Wiesen und Weiden, Trockenrasen und einige andere drohen für Flora und Fauna verloren zu gehen.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns zwei ehemaliger Obstweiden angenommen, die sich direkt am Blütenweg am Hang im Bereich Grauberg befinden. Hier ist die Untere Naturschutzbehörde seit Jahren mit einigen Projekten zur ökologischen Aufwertung von Flächen tätig. Wir haben in den von uns angepachteten Grundstücken (Flurstück 4723 und 4724) die überwucherten Obstbäume und Wiesen wieder freigelegt, um diese ökologisch wertvollen Lebensräume zu erhalten.