BUND Schriesheim
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Ökologische Bedeutung des Gewanns St. Wolfgang

Ökologische Bedeutung von St. Wolfgang unter der Landstraße

Im Flächennutzungsplan werden alle aufgezeigten potenziellen Neubauflächen in Flächensteckbriefen charakterisiert und bewertet. In diesem wird das Gewann 17-01 (St. Wolfgang unter der Landstraße) unter dem Kriterium "Umwelt" als weniger geeignet (orange) charakterisiert und speziell zu "Pflanzen und Tiere" mit hohem Konflikt (rot) beschrieben (Steckbrief ab Seite 651). Entsprechend der Naturraumausstattung sind demnach potenziell für Reptilien, Vögel und Fledermäuse streng geschützte Arten zu erwarten. Sollte das Gebiet erschlossen werden, resultiere hieraus ein hoher Ausgleichsbedarf, der auch hohe Kosten mit sich bringt.
Vor diesem Hintergrund wurde für dieses Gebiet eine artenschutzrechtliche Voruntersuchung durchgeführt, die die aufgrund der Habitatausstattung (Bäume, Grünland) hohe Bedeutung vor allem für Fledermausarten und Vögel (und möglichem Vorkommen gesetzlich geschützter Arten) bestätigt und erneut auf ggf. notwendig werdende aufwändige vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen hinweist. Auch bei dieser Untersuchung wurden erneut keine eigenen Kartierungen durchgeführt.

Derzeit erfolgt für die Region eine Biotopverbundplanung (d.h. Vernetzung bestehender und neu anzulegender Biotope), die das Gewann St. Wolfgang in Anteilen als Kerngebiet für Grünlandlebensbereiche ausweist. Derzeit werden Maßnahmepläne erarbeitet mit dem Ziel, Verbindungen zwischen verbliebenen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen aufzubauen und diese zu stärken. Der BUND Schriesheim wurde gebeten, sich in diese Planung fachlich einzubringen. Wir rechnen damit, im Laufe des Jahres 2026 erste Maßnahmenvorschläge vorgestellt zu bekommen. 

Vor diesem Hintergrund haben wir uns bekannte Experten aus der Region gebeten, sich das Gewann St. Wolfgang unter der Landstraße unter dem Gesichtspunkt Artenschutz genauer anzusehen. So haben wir Michael Ziara (BUND Dossenheim) und Herrn Prof. Wink (NABU Heidelberg) um eine "Kartierung" der Vogelwelt gebeten, Gunnar Hanebeck (BUND Dossenheim) um eine "Kartierung" der Fledermäuse, Siegfried Demuth (BUND Weinheim) und Frau Prof. Rohrmann (BUND Dossenheim) um eine Bestandsaufnahme der Flora. Zudem konnten wir Herrn Dr. Münderle (Lebendige Wiese e.V.) gewinnen, einem Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Ökosystem Wiese als Lebensraum für hiesige Tier- und Pflanzenarten in unserer Region zu bewahren.
Über die entsprechenden Erkenntnisse werden wir an dieser Stelle berichten und selbstverständlich auch öffentlichkeitswirksam informieren.